Avus meets Nordschleife

Frage:   Wie kam es zu dem Teamnamen „AVUS MEETS NORDSCHLEIFE ?

Gordon:                 Für uns war von Anfang an klar, dass wir einen Teamnamen benötigen. Er sollte symbolisieren, dass wir ein Team aus Berlin sind. Nach einem brain storming hatten wir circa 27 Teamnamen zusammengestellt, wobei uns AVUS MEETS NORDSCHLEIFE am besten gefallen hat. Da das Radrennen auf der legendären Nordschleife stattfindet , wo die vln Langstreckenmeisterschaft und das ADAC Zürich 24h-Rennen zu Hause ist und wir in Berlin die AVUS haben, auf der bis vor kurzem an bestimmten Wochenenden auch Autorennen stattfanden, da lag es quasi auf der Hand, uns für diesen Namen zu entscheiden. Fazit: Die AVUS, eine ehemalige Formel 1 Rennstrecke trifft eine aktuelle Formel 1 Rennstrecke, den Nürburgring inkl. Nordschleife.

Frage:   Wie habt ihr euch gefunden?

Gordon:                 2013 habe ich das Fachabitur absolviert und an der Fachschule habe ich Benjamin und Mathias kennengelernt, wobei wir da noch nicht voneinander wussten, dass jeder ein Faible für den Radsport hegt. Mit Benjamin fachsimpelte ich viel über das 24h Autorennen auf der Nordschleife und hin- und wieder drehten wir auf der Playstation mit Gran Turismo ein paar Runden dort. Dabei kam zum ersten Mal  zur Sprache, dass ich auf der Nordschleife einmal mit dem Rennrad fahren möchte, aber das war sehr unverbindlich und stellte mehr einen Traum dar. Anfang 2014 saß ich mit Mathias bei Elygo und nahmen am Studiumvorbereitungskurs teil. Dort erzählte ich ihm von meinem Hobby dem Radsport und auch er ist begeisterter Radsportler. Als ich ihm von meinem Traum erzählte, mit einem 4er-Team am 24h Rennen zu starten, da war er so begeistert und schon waren wir zu zweit. Thomas lernten wir beide auch bei Elygo kennen und im Englischunterricht hat sich jeder Teilnehmer vorgestellt und Thomas teilte allen mit, dass sein Hobby ebenfalls der Radsport ist. Nach einem kurzen small talk in der Pause waren wir schon ein 3er-Team und jetzt meldete ich ein Team am Nürburgring an, wohlwissend noch einen 4. Mann zu brauchen. Benjamin erzählte ich wieder einmal beim Playstation spielen von dem Projekt „Rad am Ring“ und als er sich kurze Zeit später ein Rennrad kaufte, fragte er, ob die eine freie Stelle noch vakant ist und somit stand ab da an das 4er-Team. Man kann also sagen, dass Elygo uns zusammen gebracht hat.

Frage:   Trainiert jeder für sich allein oder alle zusammen?

Gordon:                 Da jeder einen unterschiedlichen Tagesablauf hat und jeder mit dem Studium beschäftigt ist, trainiert jeder unter der Woche allein und manchmal fahren wir am Wochenende eine längere Strecke zusammen, wobei aber jeder das Haupttraining für sich allein gestaltet.

Frage:   Wie kommen die Familien damit zurecht?

Gordon:                 Anfangs war meine Frau nicht sonderlich begeistert, dass unser Projekt Priorität 1 genießt. Mittlerweile fährt sie und die Kinder auch Rennrad und jetzt habe ich die volle Unterstützung der ganzen Familie.

 

Frage:                     Wie bereitet ihr euch auf das Rennen vor und welche Vorkehrungen habt ihr getroffen?

Gordon:                 Bis Anfang Juni bin ich 3000 Km Rad gefahren, habe mit Thomas an der 120 Km Regenschlacht durch Berlin (Garmin Velothon 2014, Anm. der Redaktion) und am Schäferbergrennen der “Tour de Berlin“ teilgenommen. Mit Mathias war ich im Trainingscamp im Spreewald und dort konnten wir viele Kilometer abspulen. Weitere Kilometer bis Ende Juli werden noch folgen, denn es erwarten uns dort Anstiege mit bis zu 18% Steigung. Unter anderem deshalb wird die Nordschleife auch „Grüne Hölle“ genannt. Ansonsten habe ich mir einen neuen Helm gekauft sowie 4 Rennradreifen, Radschläuche, Handschuhe, „Xenon-Scheinwerfer“ fürs Rad, denn die Nordschleife ist nachts nicht ausgeleuchtet, Carbon Rennradschuhe und Dank unserer 3 Sponsoren (Elygo, subway und die Uni taw) trage ich auch ein neues Trikot, Radhose und Regenjacke.

Frage:   Was erwartet ihr vom Rennen?

Gordon:                 Ich erwarte eine super Stimmung vor Ort, denn es sind viele Tausend Radverrückte anzutreffen. Ich erwarte, dass die anderen Teams uns nichts schenken werden, sie werden uns viel abverlangen und der Nürburgring und die Nordschleife werden sich auf ihren 25 Kilometer von ihrer besten Seite zeigen. Uns erwartet einfach die längste permanente Rennstrecke der Welt, neben knapp 15.000 Teilnehmern, 73 Kurven auf 25 Km „Grüne Hölle“ mit langen, teilweise steilen Anstiegen bis zu 18% , sehr schnelle Abfahrten bis zu 100 Km/h (Teilabschnitt Fuchsröhre, welche ein Gefälle von 11% hat). Körperlich wird uns sehr viel abverlangt, denn 500 Höhenmeter werden pro Runde absolviert. Ich denke jeder wird nach den 24 Stunden 150 Kilometer gefahren sein und je nachdem wie schnell wir sind, wird der eine oder andere auch 175 Kilometer fahren. Ich wünsche mir, dass niemand stürzt oder anders zu Schaden kommt, der Spaß abseits der Strecke sollte nicht zu kurz kommen, wobei die Veranstalter für sehr viel Ablenkung abseits der Strecke sorgen werden und da wir von zwei Physiotherapeutinnen unterstützt werden, wird es hoffentlich auch keine Krämpfe und verspannte Muskeln geben.